Die Chronisten berichteten:

Obwohl sich aus dem Vorhandensein des nahe gelegenen heidnischen Begräbnisplatzes entnehmen lässt, dass der Ursprung unseres Ortes in die Zeit vor Einführung des Christentums in die hiesige Gegend zurückgreift, lässt sich Genaueres hierüber nicht sagen.
Bei einer planmässigen Suchaktion wurden im Jahre 1955 zwei Gräber mit mehreren Urnen und Buckelurnen in der Grösse von etwa 40cm Durchmesser und 30cm Höhe gefunden. Die Gräber stammten aus der Bronzezeit etwa 1200 v.u.Z. Auch bei Schachtarbeiten für die Wasserleitung wurden 1956 nochmals Urnen gefunden. All diese Funde lassen darauf schliessen, dass bereits in germanischer Zeit in der Gemarkung unseres Ortes eine grössere Siedlung bestanden hat.
Im Laufe des 10. Jahrhunderts eroberten deutsche Feudalherren unsere Heimat und vertrieben die slawischen Einwohner. Nach damaligem Kriegsrecht wurden durch die Eroberung, Land und Leute Eigentum des deutschen Kaisers.
Zu Beginn des 13. Jahrhunderts begann der Zustrom deutscher Kolonisten aus verschiedenen westlichen Gebieten des damaligen deutschen Kaiserreiches.Ersterwähnung  Stupozke

Die erste urkundliche Erwähnung des Dorfes Stupozke geschah im Jahre 1231 im “Urkundenbuch des Klosters Dobrilugk und seiner Besitzungen” auf Seite 18. (Originalablichtung)
Aus dem Jahre 1309 erfahren wir, in Urkunde Nr.134, das erste Mal von Grenzstreitigkeiten zwischen Staupitz und seinem Nachbardorf Wergen.
In weiteren Urkunden aus den Jahren 1311, 1531, 1539 und 1541 geht es immer wieder um Veränderungen der Besitzverhältnisse der Dörfer Sorno und Staupitz.

Aus dem Band “Kunstdenkmäler des Kreises Luckau” erfahren wir, dass im 17. Jahrhundert hier, sowie zu Dollenchen, die von Radestock begütert waren, die Bauern zu Stupitzsch verbleiben unter dem Amt Dobrilugk.”Postkarte aus den 20er Jahren

Während des Hussistenkrieges im Jahre 1430 wurden die Nachbardörfer Wergen und Langendorf zerstört, von Staupitz werden keine Zerstörungen berichtet. Wahrscheinlich ist es aber im Dreißigjährigen Krieg arg in Mitleidenschaft gezogen worden, denn es wird von der Niederbrennung von 6 Bauernhöfen im Jahre 1643 berichtet.
Im Jahre 1723 hatte Staupitz wieder 16 Hüfner, 6 Gärtner und 6 Häusler, dass lässt darauf schliessen, dass am Ende des 30jährigen Krieges von Staupitz nicht viel übrig geblieben war.
(Der wendische Bauer hatte, um nicht ganz von Haus und Hof verjagt zu werden, die Hälfte oder ein Drittel seines Grundbesitzes an den deutschen Grundherren abtreten müssen. So erklärt sich, dass in unserer Gegend von Hüfnern, Dreiviertelhüfnern, Halbhüfnern und Gärtnern die Rede war. < 1Hufe = 30 große oder 66 2/3 kleine Morgen.>)Gasthaus zum BraukrugDGH
Auch in den darauf folgenden Jahrhunderten waren Brände keine Seltenheit, so zum Beispiel brannte am
9. Juni 1759 das ganze Unterdorf mitsamt Kirche und Wirtshaus ab. Die Kirche wurde 1786 wieder aufgebaut.
Auch Nuck’s Gasthof wurde wieder aufgebaut und 1937 zum “Gasthaus zum Braukrug”. Die vielen weiteren Feuer in den nächsten Jahrzehnten und die beschränkten Möglichkeiten, diese zu löschen, waren am 05.03.1933 Anlass zur Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr. Alle Informationen dazu, zum Gerätehaus, zur Technik und zum aktuellen Geschehen finden Sie auf der Internetseite der Feuerwehr Staupitz unter: www.feuerwehr.staupitz.de alte Windmühle in Staupitz FOTO: Wintsche 1937
Durch unsere waldreiche Heimat gab es auch ein Gewerbe, welches sich mit dem gewollten Abbrennen von Holz bildete, die Pechbrennerei. 1797 erhielt die Gemeinde Staupitz die Erlaubnis, aus den Amtswaldungen von Finsterwalde das nötige Kienholz dafür zu holen. Das Schwarzpech wurde benutzt als Faßpech, Schiffspech und Schusterpech. Ebenfalls diente es als Zusatz bei der Herstellung von Siegellack und in Gestalt einer Pechfackel nutzte man es für Beleuchtungszwecke. Auch für die Fuhrleute war es als Wagenschmiere ein ständiger Begleiter. Als Nebenprodukt der Pechbrennerei fiel Holzkohle an, die von den örtlichen Schmieden dringend gebraucht wurde. Daran kann man erkennen, wie wichtig dieses Gewerbe zur damaligen Zeit für den Ort war. Trotz dieser Wichtigkeit stellte der Pechofen in Staupitz seinen Betrieb im Jahr 1867 ein. Heute erinnert nichts mehr an dieses Gewerbe. Der Pechofen stand unweit des Dorfes an der Straße nach Doberlug. Auch Windmüller gingen in zwei Mühlen im Dorf ihrer Arbeit nach.Kirche

Die Kirche in Staupitz stand vermutlich schon vor der Reformation, 1685 ist sie aber altershalber abgebrochen und von Holze ganz neu aufgeführt worden. Der Grundstein zum Kirchturm wurde am 29.07.1889 gelegt und nach dem Richtfest am 14. Oktober 1889 wurde die Bretterumkleidung angebracht, wie sie heute noch vorhanden ist. Allerdings war es natürlich auch notwendig Erneuerungen und Sanierungen auszuführen, dies geschah zuletzt in den Jahren 2000-2006.alte Schule  FOTO:  Wintsche 1937 Durch die steigende Einwohnerzahl in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts machte sich 04.04.1910 der Bau eines neuen Schulhauses erforderlich. Von damals 515 Einwohnern waren 92 schulpflichtig. Mit der Einweihung der neuen Schule wurde nun auch eine 2. Lehrerstelle besetzt, sodass in der 1. Klasse (Schuljahr 1-4) 40 Kinder, und in der 2. Klasse (Schuljahr 5-8) 52 Kinder waren. 1963 wurden 2 neue Klassenräume fertig gestellt, um somit den Mehrstufenunterricht abzubauen, 1973 folgte eine Schulküche mit Speiseraum und Hortraum, welche in dem ehemaligen Lehrerwohnhaus entstanden. Mitte der 70er kamen in einem Neubau ein Werkraum und moderne Toilettenräume hinzu. Doch all diese Massnahmen konnten der ansteigenden Kinderzahl nicht gerecht werden, es musste eine komplett neue Schule her: Alles zur 10- klassigen Oberschule in Staupitz ist hier auf einer separaten Seite ausführlich mit Fotos beschrieben. Seitdem erfuhr die alte Schule mehrere Nutzungsmöglichkeiten, erst Jugendclub, dann Gemeindebüro und Arztpraxis, wird sie seit 2002 mit einem neuen Anbau als Dorfgemeinschafts- und Feuerwehrgerätehaus genutzt.

 JugendclubIn den alten hinteren Anbau zog der Jugendclub um, dieser wurde fortan, überwiegend von den Jugendlichen selbst, modernisiert und ausgebaut. 2010 bekam er eine neue, dämmende Fassade und 2011 die schon lang geplante neue Toilettenanlage. und eine neue Pflasterung. In den Jahren davor wechselte der Jugendclub im Ort nicht nur ständig die Mitglieder, sondern genauso auch die Standorte, vom Nebenraum des Konsum Ende der 1970-ziger, zur alten Waage Anfang der 80-ziger, ein Jahr später in die alte Schule und seit 2003 scheint er seinen endgültigen Raum hier gefunden zu haben.

Durch den Umstand der steigenden Kinderzahlen und das immer mehr Mütter in Finsterwalde und Lauchhammer zur Arbeit gingen musste man sich nun auch Gedanken um die Vorschulkinder machen. Auch dieses Problem wurde von den Einwohnern der Gemeinde hervorragend gelöst, in vielen freiwilligen Aufbaustunden entstand etwas abseits der Gemeinde, in ruhiger Lage, ein Kindergarten, der 1966 eingeweiht wurde und noch heute Bestand hat. Anfang des neuen Jahrtausend war auch hier eine Renovierung erforderlich, so wurden neue Fenster und Sanitäranlagen eingebaut, die Spielräume wurden heller, eine wärmedämmende Aussenfassade wurde angebracht und der Spielplatz neu gestaltet. Infos Kinderland hierKinderland

Anfang der 20er Jahre wurde unsere Gemeinde an das öffentliche Stromnetz des Überlandwerkes Falkenberg angeschlossen. Mit der Energieversorgung wurde in den Jahren 1923/24 auch eine Strassenbeleuchtung errichtet, die erst 1966 als völlig veraltet erneuert wurde. Im Zuge der Netzmodernisierung bekam Staupitz im Jahr 1999 eine neue 20kV Ortszuleitung unter der Erde, die mit der Installation von neuen Transformatorstationen einherging, in diesem Zusammenhang und in den folgenden Jahren bis 2009 wurde auch das Verteilernetz und die Strassenbeleuchtung im Ort modernisiert und es verschwanden viele Freileitungen.
Die Versorgung unserer Bürger mit Trinkwasser aus dem öffentlichen Rohrnetz begann 1955, nachdem die Wasserversorgung aus Brunnen, durch die herannahenden Tagebaue Grünewalde und Kleinleipisch, ernsthaft gefährdet war. Seither beziehen wir das Trinkwasser vom Wasserwerk Tettau. Einen Abwasserkanal hat Staupitz, zur Freude aller Einwohner, bis heute nicht. Dafür liegt der Ort zu dezentral, der Aufwand lohnt sich nicht für die Betreiber. Von daher wird hier in biologischen Kläranlagen oder mit der mobilen Entsorgung aus Sammelgruben entsorgt.Erdgasleitung Opal

Obwohl an Staupitz vorbei nun schon 4 Gasleitungen liegen hat der Ort davon nichts. Die letzte Pipeline, nach der Ende der 70-ziger gebauten, wurde 2010 verlegt und “Opal” genannt. Hauptenergieträger für warme Stuben war bis zur politischen, deutschen Wende vor allem Kohle aus den nahen Braunkohletagebauen und Brikettfabriken. Ab 1990 wurde zügig mit modernen Heizanlagen, überwiegend mit Heizöl betrieben, aufgerüstet. Seit 2000 finden sich auch immer mehr Solar- und Photovoltaikanlagen auf den Dächern und Wärmepumpen und Holzvergaser- und Verbrennungsanlagen in den Kellern der Staupitzer Einwohner..Postkarte aus den 30er Jahren

Das öffentliche Telefonnetz wurde bis auf wenige Ausnahmen (Post, Bürgermeisterbüro, Schule) ab 1991, nach der deutschen politischen Wende, errichtet. Auf der Trift geschah dies von Anfang an unter der Erde und auf 3 Nebenstrassen verschwand mit dem Bau der Wege 2010 auch das Telefonkabel unter der Erde.
Da die Kabelverbindung von der Telekomvermittlungsstelle nach Staupitz sehr lang ist, stehen dadurch bedingt nur langsame Internetverbindungen im Ort zur Verfügung, so kam es, das sich die Gemeinde um Fördermittel bemühte und 2010/11 eine Ü-DSL Anlage aufgebaut wurde, diese verteilt das über Richtfunkstrecke aus Plessa kommende Internet, nach Umsetzung in W-LAN, im Ort. Staupitz ist seit September 2001 unter der Domäne www.staupitz.de weltweit erreichbar. Gestaltet und finanziert wird diese Homepage von Andreas Brettin. Die Errichtung eines Mobilfunkmast wurde durch eine Bürgerinitiative verhindert, dadurch sind zwar alle Mobilfunknetze nur schwach verfügbar, aber Staupitz kann dadurch durchaus als “strahlungsschwach” eingestuft werden, wo hat man das noch?Sportverein

Schon immer gab es in Staupitz sportbegeisterte Frauen und Männer, so fanden sich 1916 elf junge Sportfreunde und gründeten einen “Sportverein Preußen”. Bald kaufte der Verein für 500 Mark ein Stück Land von einem Landwirt, wo in der Folgezeit ein Fußballplatz errichtet wurde. 1922 wurde der Verein dann in “Arbeiter- Turn - und Sportverein Sparta” Staupitz umbenannt. In den folgenden Jahren kam es zu beachtlichen Ergebnissen im Fussball. Durch den 2. Weltkrieg wurde der Verein zerschlagen und aufgelöst, aber gleich nach dem Krieg als Sportgemeinschaft “Vorwärts Staupitz” wieder belebt. Aufsehen erregte gleich eine Gruppe der neuen Gemeinschaft, die sich 1948 als Spielmannszug zusammen fanden. Durch die gute Zusammenarbeit mit dem BSG Lauchhammer erhielt unsere SG 1954 den Namen SG “Aktivist” Staupitz. Immer mehr Sportfreunde fanden sich in den unterschiedlichsten Sektionen zusammen, sodass dem Freilichtsport auf dem Sportplatz 1976 der Bau einer modernen Turnhalle mit Kegelbahn folgte. Alle Arbeiten geschahen in Eigeninitiative des Vereins. Seither werden die sportlichen Anlagen von vielen Kindern und Freizeitsportlern genutzt. Heute ist das Sportlerheim mit einer Sportlerklause und einer Sauna ausgestattet und die Kegelbahn stellt die Kegel seit 2001 vollautomatisch auf. Im Jahr 2010 erhielt  das Sportlerheim eine neue Aussenfassade und in der Kegelbahn installierten die Kegelfreunde 2011 eine neue Aufstellanlage. Ebenfalls Ende 2011 wurde neben der Turn- und Kegelhalle ein Parkplatz errichtet.Gedenkstein

In den Mittagsstunden des 22.04.1945 wurde Staupitz durch sowjetische Truppen vom Faschismus befreit , es kam zu erbitterlichen Kämpfen zwischen faschistischen Truppenteilen und der Sowjet- Armee in der Ortslage Staupitz. Im Ort brach Panik aus , einige Einwohner flüchteten aufgrund von Unsicherheiten in die Wälder, kehrten nach einigen Tagen aber wieder zurück und das Leben im Ort normalisierte sich. Es begann eine schwierige Zeit des Neubeginns.Postkarte aus den 40er Jahren Flucht 1945, die wahre Geschichte...Hier.

Anfang der 50er Jahre gewann der in der Nähe liegende Braunkohlebergbau immer mehr an Bedeutung wo viele Staupitzer ihre Arbeitsstelle fanden. Aufgrund dessen richtete der Kraftverkehr Lauchhammer einen Arbeiterberufsverkehr zwischen Lauchhammer und Elsterwerda über Staupitz ein. Damit hatten auch die Fahrten, mit dem Fahrrad, zur 10-12 stündigen Schicht ein Ende und es war nicht mehr notwendig Wochentags im Arbeiterwohnheim Lauchhammer zu wohnen und nur am Wochenende zu Fuss nach Hause zu kommen. Doch diese Freude hielt nicht sehr lange an, denn 1953/54 drohte die Einstellung des Busverkehrs, weil die Dorfstrasse durch die hohe Beanspruchung derart schlecht wurde, dass ein Verkehr mit Bussen fast nicht mehr möglich war. So wurde anlässlich einer Wählerversammlung das Ministerium für Bergbau und Energie von der Notwendigkeit einer befestigten Strasse überzeugt, diese Betonstrasse wurde dann im Jahr 1955 gebaut. Staupitz war damit eine der Ersten ländlichen Gemeinden im weiteren Umkreis, die über eine solche Strasse verfügte. Erst im Jahre 1979 wurde die Trift im selben Baustil durch zahlreiche Arbeitseinsätze der Einwohner errichtet. Die Strasse der Jugend erlangte 2004 eine Befestigung mit Asphalt bis zum Sportplatz und zur Anbindung Trift und Erholungsgebiet. Der Feldweg, der Wiesenweg und der Mühlweg wurden 2010 mit Asphalt ausgebaut, bis dato waren diese Nebenwege mit Sand/Splitt mehr oder weniger nicht befestigt. In den ersten Jahren des 21. Jahrtausends wurde Staupitz und Gorden mit einem asphaltiertem Radweg entlang des Waldrandes verbunden und die ehemalige Kohlebahntrasse wurde ebenfalls von Grünewalde, am Erholungsgebiet Gorden-Staupitz vorbei, bis nach Oppelhain als Radweg ausgebaut.Straße vor der Schule FOTO: Wintsche 1938

Politisch war Staupitz bis 1992 im Gemeindeverband Rückersdorf/Oppelhain vollkommen selbstständig mit hauptamtlichem Bürgermeister und Sekretärin. Wir gehörten damals zum Kreis Finsterwalde im Bezirk Cottbus. Gezwungen durch verschiedene politische und territoriale Reformen entschied die Gemeindevertretung, dass wir ab 1992 verwaltungstechnisch zum Amt Plessa gehören, welches neu erschaffen wurde. Seitdem ist der/die Bürgermeister/rin mit der Gemeindevertretung ehrenamtlich besetzt (ohne Sekretärin). Auch auf der Kreisebene wurde reformiert, so wurde aus den Kreisen Finsterwalde, Bad Liebenwerda und Herzberg der Landkreis Elbe-Elster im Land Brandenburg. Durch die immer schlechter werdende Finanzlage der Kommunen kam es im Jahr 2001 zu vielen Gesprächen und Diskussionen was dagegen getan werden kann, das Resultat war eine Bürgerbefragung, ob sich Staupitz mit der Nachbargemeinde Gorden zusammenschliesst. Die Mehrzahl der Einwohner beider Orte waren dafür und wir schlossen uns zum 01.01.2002 zu der Gemeinde Gorden-Staupitz mit dem Ortsteil Gorden und dem Ortsteil Staupitz zusammen.Link zur 775 jährigen Geschichte - LOGO: Harald Schneider
 Alle Informationen dazu gibt es hier.

        Quelle: Ortschronik der Gemeinde StaupitzPostkarte 2006

Die Geschichte der Postkarten aus Staupitz hier.

 

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